Hallo an euch da draußen,

gerade Corona stellt für ADHSler eine besondere Herausforderung dar. Umso wichtiger ist es, bei Verstand zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich weiß, wovon ich rede: Gestern war ich in einem kleinen "Tiefdruckgebiet" unterwegs, habe mich aber heute wieder daraus entfernen können ;-)

Vielleicht können euch folgende Tipps helfen:

  1. Haltet Kontakt zu Eltern/Familie, Freunden, Bekannten und Nachbarn. Kümmert euch nicht nur um euch (natürlich sehr, sehr wichtig), sondern auch um sie und bleibt in Verbindung. Per Telefon, Mail, WhatsApp, Skype, Brief (ja, die "Schneckenpost" funktioniert noch).
  2. Haltet euch zurück beim Input von Informationen (vor allem zu Corona). Ich informiere mich 2x am Tag. Das reicht vollkommen; alles Andere "triggert" uns nur unnötig und verschafft uns ein prächtiges "Kopfkino" und führt u.U. in depressive Zustände.  Besser sind nicht belastende Nachrichten/Infos, wenn man sich schon informieren will, aber auch da ist ein gutes Mittelmaß vernünftig. Meine (ADHS-)Mutter sieht sich im TV gerade sehr viele Tierdokus, Fußballspiele und Kochsendungen an ;-), weil sie sonst wegen der vielen Negativmeldungen zu gestresst wäre.
  3. Bewegt euch, das schafft meistens gute Laune, und achtet auf eure Gesundheit: Macht Spaziergänge - noch dürfen wir es in Deutschland - bei dem schönen Wetter (am So. soll es z.B. regnen), fahrt Rad, geht wandern, macht Indoor-Gymnastik/-Übungen, Yoga usw. usf.
  4. Zur Selbstberuhigung können Meditation, Body Scan (autogenes Training) - für beides gibt es sehr viele Anleitungen im Netz - , und Beten (für die religiösen Menschen unter uns) dienlich sein. Das "Kopfkino" schaltet zumindest ein wenig ab, und der Geist wird gelassener.
  5. Versucht, euch halbwegs gesund zu ernähren und die Mahlzeiten regelmäßig einzunehmen. Wobei ich nicht zur Askese aufrufen will: Ein Gläschen Wein ist auch nicht zu verachten ...
  6. Versucht, eine Tagesstruktur und Routinen zu etablieren bzw. beizubehalten. Ich habe gestern z.B. auf Dusche und Rasur verzichtet, heute bin ich Gott sei Dank wieder in der Spur ;-) To-do-Listen mit max. 5 Punkten haben sich bei mir bewährt. Hauptsache, man ist nicht überfordert. Ich empfinde die momentane "Entschleuningung" als äußerst wohltuend. Falls ihr arbeitet oder Kinder habt, bekommt ihr die Struktur eh von außen "geliefert". 
  7. Tut Dinge, die euch guttun bzw. bei denen ihr Erfolgserlebnisse habt. Ihr wisst schon am besten, was euch Spaß macht. Egal ob es Musikhören, Singen, Fernsehen, Filme schauen, Lesen, in der Wohnung herumtanzen (ja, auch das kann richtig Spaß machen), Backen, Puzzeln, Rätsel lösen, Dinge reparieren etc. pp. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
    Mir hilft gerade das Aufräumen, Putzen, Klamotten sortieren, Wäsche waschen, Ausmisten meines Mailfachs, von Dateien, physischen Akten, Dokumenten und Ordnern sehr. Aber alles in meinem Tempo und jeden Tag ein bisschen (Salamitaktik). Mir schafft die verbesserte äußere Ordnung auch in meinem Inneren mehr Struktur und vor allem eine große Erleichterung. 

So, mehr fällt mir gerade nicht ein. Falls ihr noch Ideen habt, durch diese seltsamen und ungewissen Zeiten zu navigieren, lasst es mich wissen.

Bis dahin: Bleibt stark und gesund!

R